Tour 2026 - 1500 km in 14 Tagen

Baden-Baden - Neunkirchen - Merxheim (Nahe) - Koblenz - Gießen - Eisenach - Erfurt - Osterfeld (Zeitz) - Greiz - Bad Elster - Marktredwitz (Fichtelgebirge) - Bayreuth - Fürth - Neumühlsee (Schw. Hall) - Baden-Baden

full26 Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende (Klicken für interaktive Karte)

Das robuste Setup mit Mountainbike bleibt ohne größere Änderungen bestehen. Als Optimierung wird es keine Einkaufs-Zwischenstopps geben, sondern der Vorrat an Proviant wird am Vorabend eingekauft, wenn man schon am oder kurz vorm Tagesziel ist.

Tag 1 - Durch das Elsass bis ins Saarland - 155 km / 550 Hm

Früh raus, viel treten, Camping bei Neuenkirchen, so ist der Plan. Es ist gutes Tourenwetter: frisch, aber sonnig und trocken.

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Bei Rastatt Wintersdorf geht es über den Rhein ins Elsass und dann hinter Wissembourg wieder nach Deutschland. Als Strecke nehme ich eine spontane Querfeldeinvariante anstelle der normalen Rhein/Lauter Route. Letztere bin ich schon mehrfach gefahren und so sehe ich auch mal ein paar andere Dörfer. Die Strecke ist hügelig und abwechslungsreich. An einer Stelle stimmen die Navigationsdaten leider nicht mehr (eine Kreuzung ist mit dem Rad wegen einer Barriere nicht mehr passierbar), so dass ich einen kleinen Umweg fahren muss. Das ist normal und wird noch ein Dutzend Male vorkommen. Ab Wissembourg verläuft der schönste Teil der Etappe an dem Bach Wieslauter über Dahn und weiter nach Rodalben.

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Danach geht es nicht mehr ganz so schön, weil nah an einer stark befahrenen Bundesstraße an einem anderen Bächlein weiter Richtung Zweibrücken, wo ich mich mit Nahrung aufstocke und schließlich rolle ich dann ans Ziel an einen kleinen Campingplatz bei Neunkirchen. Es ist nichts los dort und man sieht dort noch Überreste aus besseren Zeiten. Anscheinend war dort auch mal ein Freibad, aber das muss länger schon brach liegen, zumindest der Teil, der an den Campingplatz angrenzt. Auf dem Weg dorthin schnappe ich ein "kommsch du mal bei mich" auf, das ein Vater zu seinem kleinen Sohn sagt. Ich bin also wirklich im Saarland.

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Tag 2 - an der Nahe zum nächsten Campingspot - 105 km / 850 Hm

Es geht früh (7:00 Uhr) los. Aber erstmal muss ich durch Neunkirchen kommen. Die Stadt ist mit steilen Rampen übersät und es herrscht totaler Verkehrskollaps. Überall sind Autos, die sich im Schritttempo durch die Kreisel quälen. Irgendwann liegt die nicht sehr einladende Stadt dann hinter mir und ich begebe mich durch Natur in Richtung der Nahe, die ich dann hinab radeln werde. Auf dem Weg dorthin liegt ein Ort mit dem Namen Habenichts, was sie aber haben, sind Steigungen. Es ist kühl und sehr wolkig, es drohen Regenfälle.

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Gegen Mittag bin ich dann endlich am Bostalsee, der touristich eine der Attraktionen in der Gegend ist. Im Sommer muss hier richtig was los sein. Ab hier folge ich mehr oder weniger dem Flüsschen Nahe. Leider ist man oft abseits und auf Straßen, vom Wasser sieht man nur gelegentlich etwas. Und obwohl es flussabwärts geht, hat man in der Streckenführung möglichst viele Höhenmeter eingebaut. Alles in Allem hatte ich mir mehr von diesem Radweg erhofft. Ich würde ihn jedenfalls nicht weiterempfehlen. Nach den vielen Höhenmetern geht es dann an Idar-Oberstein vorbei. Bei Kirn muss ich dreimal die Bahngleise kreuzen und jedes Mal schließen sich die Schranken. Am Abend komme ich endlich am Campingplatz Nahemühle bei Merxheim an. Dort habe ich eine riesige Zeltwiese für mich alleine und es gibt auch etwas warmes zum Essen, als Highlight für die Strapazen.

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Tag 3 - Koblenz (Lahnstein) - 115 km / 300 Hm

Es geht wieder früh raus und erst einmal nach Bingen, wo die Nahe in den Rhein mündet. Danach geht es flussabwärts nach Koblenz bzw. Lahnstein, wo ich bereits ein Hotel gebucht habe. Die Rheinstrecke bin ich schon vor einigen Jahren in entgegengesetzter Richtung gefahren, mal sehen, was der Perspektivwechsel ausmacht.

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Das letzte Stück an der Nahe bis nach Bingen ist fast eben und angenehmer zu fahren als gestern. Die Kulisse bei Bingen ist schon sehr schön, generell wie das ganze Stück bis Koblenz am Rhein.

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Um die Loreley herum ist viel Betrieb mit Touristenbussen, Bikern und Instagirls.

IMG_20260508_114846781_HDR Bingen

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Irgendwie hatte ich aber nicht mehr in Erinnerung, dass man doch so viel direkt neben der Straße fährt. Es ist auch ziemlich frisch und zieht sich dann doch ganz schön bis ins Ziel.

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Am Hotel angekommen, laufe ich noch zum nahegelegenen LIDL, um mir das Abendessen und die Verpflegung für den nächsten Tag zu sichern.

Tag 4 - Die Lahn hinauf nach Gießen - 150km / 700 Hm

Der Tag beginnt in Lahnstein - es ist kalt, selbst der Atem kondensiert ein bisschen.

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Ich habe schon viel Gutes über den Lahnradweg gehört, jetzt wird er so weit gefahren, bis ich am Abend am Campingplatz bei Gießen ankomme. Da die Strecke aufgrund der vielen Flusswindungen sehr lang wird, muss ich heute klotzen.

Der Lahnradweg ist in der Tat sehr schön. Es gibt auch wieder etliche zusätzliche Höhenmeter, da man nie nur am Fluss fährt.

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Erstes Highlight ist Bad Ems, wo gerade die ganze Innenstadt vermutlich für ein Laufevent oder Stadtfest abgesperrt wird. Ich komme aber noch durch. Die Kurstadt sieht sehr gepflegt und schick aus, aber ich habe keine Zeit zum verweilen! Später gibt es komplizierte Schilder, die auf eine Vollsperrung im Streckenverlauf zwischen Dietz und Limburg hinweisen. Von den drei angegebenen Umleitungen sind zwei auch schon durchgestrichen, es gibt also nur noch eine einzige. Da ich aber eine Riesenumleitung mit vielen Steigungen fahren müsste, lass ich es drauf ankommen und gemäß der 80% Regel müsste ich mit meinem Rad doch trotzdem durchkommen, zumal Samstag ist und die Baustelle dann ohne Arbeiter. Es kommen mir auch Leute entgegen, also muss es doch wohl gehen....es ging auch, aber nur gerade so. Die Absperrungen waren ziemlich gut. Mit ein paar anderen Radlern, die die Lage schon auskundschaftet hatten, schaffen es immer wieder Grüppchen auf die andere Seite über Steinhaufen, Metallschrott und vorbei an Baumaschinen. Ein Motorrad kommt aber schon nicht mehr durch. Auf halber Strecke gibt es ein Erfurt, aber nicht das, wo ich in zwei Tagen sein will...

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Unterwegs gibt es immer wieder schöne Ausblicke, entweder von einer Anhöhe oder direkt am Fluss.

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Ab 16:00 Uhr fahre ich dann wieder mehr an Straßen entlang, der Abschnitt ist halt so gemacht. Stört mich allerdings auch nicht, da ich noch Strecke machen muss und es läuft gut. Mein Navi schickt mich dann noch über eine nicht mehr existente Brücke, auch die Beschilderung sagte nichts von einer Sperrung, aber diesmal gehts wirklich nicht weiter und ich muss eine Alternative suchen.

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Schliesslich bin ich kurz nach 19:00 Uhr am Campingplatz und alles passt perfekt.

Tag 5 - Querstich nach Eisenach - Schlechtwetter kommt! - 170 km / 1100 Hm

Die Wettervorhersage ist nur noch für heute schön, danach werden die Eisheiligen für 3 Tage lang für Kälte und Regen sorgen, in den Mittelgebirgen ist sogar Frost angekündigt. Daher wird ab Gießen nicht die geplante Route zum Edersee genommen, um 2 Tage früher in Erfurt zu sein und dem gröbsten Wetter aus dem Weg zu gehen.

Der nette Campingwart, der gestern Abend auch nur noch eher zufällig vor Ort war, ist auch am frühen Morgen schon am Start und bietet mir einen Kaffee an, Alles geht jetzt schnell, denn die Abbau-Routine ist wieder da. Um Punkt 6 Uhr ist Abfahrt. Das Luther-Hotel in Eisenach ist schon gebucht.

IMG_20260510_061033256_HDR Zum Glück dauert es wegen des Sonntags nicht so lange, sich durch Gießen zu wurschteln IMG_20260510_084529364_HDR

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Im ersten Drittel ist es hügelig und mein Navi schickt mich auf einen Acker, wo der Weg einfach aufhört. Zeitverlust 20 Minuten, weil ich jetzt irgendwo anders entlang wieder auf einen fahrbaren Weg schieben muss. Das zweite Drittel ist eher flach und ich komme mal wieder durch Bad Hersfeld. Dort kann ich mich an einer Avia Xpress Tankstelle mit Getränken versorgen. Dieses Mal bleibe ich an der lauten Straßenstrecke mit abgesetztem Fahrradweg, weil die kürzer ist als die Natur-Route, die ich schon kenne. Interessanterweise schickt mich die Navigation nicht nach Heringen, sondern nach Bebra, um von dort aus den Schwenk nach Eisenach einzuleiten. In diesem letzten Drittel gibt es wieder ein paar Steigungen. Ab Gerstungen ist es die selbe Strecke wie bei vorherigen Fahrten, denn es gibt keine andere. Dafür sehe ich den Monte Kali jetzt mal von der anderen Seite.

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Tag 6 - Kurz, aber nasskalt nach Erfurt - 70 km / 250 Hm

Auf den knapp 70 Kilometern auf dem Nesseltal Radweg beginnt es wie vorhergesagt nach 30km zu regnen und das bleibt bis zum Ende auch so, lediglich die Tropfendichte variiert. Kältetechnisch ebenfalls herausfordernd, gilt es heute nur sich durchzubeißen und keine Erkältung zu bekommen. So ziemlich vollständig durchnässt komme ich in Erfurt gegen 13:00 Uhr an und es gibt ein paar Pausentage, bis die Wetterlage sich wieder entspannt.

Tag 7 - Richtung Weiße Elster - 95 km / 550 Hm

Heute steht eine neue Route Richtung Weimar auf dem Plan mit Fortführung in die Nähe des Flusses Weisse Elster, den ich dann bis zur Quelle fahren möchte.

IMG_20260515_100026231_HDR Der bärlauchigste Wald, den ich je befahren habe, tut sich hier auf.

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Ich darf sogar die Saale kreuzen.

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In der typischen hügeligen Landschaft fährt es sich heute recht locker, es scheinen auch wieder einige umgebaute Bahntrassen zu sein, auf denen es bestens rollt. In Osterfeld kurz vor Zeitz gibt es ein modernes Hotel auf einem anstrengenden Hügel. Ein Supermarkt ist direkt um die Ecke, so dass Abendessen und Proviant für morgen schon erledigt ist. Die Fahrradbox des Hotels ist allerdings schon fast voll belegt, da müssen die mal anbauen.

Tag 8 - Die Elster hinauf nach Greiz - 70 km / 800 Hm

Wie gut wird der Elster-Radweg sich mit Nahe, Rhein und Lahn im Vergleich positionieren? Das werde ich jetzt 3 Tage lang erkunden. Zunächst geht es auf der alten Bahntrasse nach Zeitz, wo es merkwürdig nach Bier bzw. Maische riecht. Eventuell kommt das von der hier ansässigen Zuckerfabrik? Auf jeden Fall bin ich im ehemaligen Braunkohle Abbaugebiet südlich von Leipzig, In Zeitz gab es mal eine Brikettfabrik und unweit eine Schwelerei und all die netten Sachen, die eine gute Luft gemacht haben.

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Am Weg gibt es Schutzhütten mit Bücherregal Funktion, was gutes ist aber nicht dabei. Einige tschechische DVD Hüllen ohne Inhalt sind auch mit am Start. Der Elsterradweg führt mich durch Bad Köstritz, das ich schonmal von West nach Ost durchfahren habe. Diesmal aber in Nod-Süd Richtung.

IMG_20260516_093714535_HDR In Gera gönne ich mir eine Thüringer Bratwurst, denn lange werde ich nicht mehr in Thüringen sein. Die Wege sind abwechslungsreich und meist gut ausgebaut. IMG_20260516_095532413_HDR Der Radweg ist im Bereich des Märchenwalds teilweise matschig, fast schon zu matschig für Trekking oder Gravelbikes. Obendrein ist er teils auch nur ein Trail. Mit meinen breiten Reifen gibt es aber keine Probleme. IMG_20260516_124924557_HDR In Greiz checke ich wieder im Hotel ein und verpflege mich im nahe gelegenen LIDL. Das Hotel ist etwas merkwürdig aufgebaut, bzw. es ist Teil eines Gebäudes, in dem auch andere Lokalitäten untergebracht sind, auch kein Aufzug, und ich muss mein Fahrrad in die erste Etage tragen in einen Abstellraum. IMG_20260516_155534157_HDR

Tag 9 - Bad Elster - 55 km / 800 Hm

Heute gehts nach Sachsen in den letzten Zipfel an der tschechischen Grenze. Der nennt sich sogar Ascher Zipfel. Zumindest das Stückchen von Tschechien, in dem die Stadt Asch (Aš) liegt und der sich zwischen Sachsen und Franken klemmt.

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Heute wieder mehr Höhenmeter, denn ich komme an den Oberlauf des Flusses, der hier oben nur noch ein Bächlein ist.

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Die Stadt Bad Elster lebt vermutlich nur vom Tourismus: Thermalbad, Theater, Hotels, Ferienwohnungen... Auch die Villendichte ist hier sehr hoch. Meine Unterkunft ist ebenfalls im Villenviertel, aber dennoch günstig mit nur 55 Euro.

Tag 10 - Zur Elsterquelle in Tschechien - 55 km / 900 Hm

Heute wird das major achievement der Tour erreicht. Die Quelle der Weißen Elster. Diese liegt in Tschechien im Elstergebirge. Am Morgen geht es - abweichend von der normalen Einkaufsroutine, die immer am Vorabend gemacht wird - in den nahe gelegenen Edeka in Bad Elster, um die Tagesverpflegung für diesen kurzen Abschnitt zu holen und auch gleich zu frühstücken und Sonnenschutz aufzutragen. Dann ist man schon nach 10 Minuten Fahrt in Tschechien und man merkt das nicht wirklich, außer durch die Verkehrsschilder. Interessanterweise sagt man in Tschechien ahoj für hallo und auch tschüss. Ich begegne nur wenigen Radlern, denn die Waldwege hier oben sind etwas grobsteinig und 250 Höhenmeter müssen auch noch geleistet werden. Aber einige Male kann ich das ahoj erfolgreich anwenden.

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Die Fahrradwege sind gut beschildert und sehen aus wie bei uns die Bundesstraßenschilder. Ich fahre meist auf dem 2067. Die Natur gefällt mir sehr gut, die Anstiege sind moderat.

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Etwas komisch, dass die Elsterquelle ausschließlich deutsch beschriftet ist, obwohl in Tschechien. IMG_20260518_115915838_HDR IMG_20260518_112717249_HDR

Von der Quelle aus nach Deutschland rollt es sich dann auf sehr gut asphaltierten Straßen zurück nach Hohenberg, wo man dann aber schon wieder hinauf strampeln muss, denn sonst hieße es ja Tiefental. Danach geht es hügelig weiter.

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Schon gegen 14:00 Uhr bin ich dann am Ziel in Marktredwitz im Fichtelgebirge. Ich mache noch einen kleinen Spaziergang und mache meine Einkäufe. Das Hotel hatte ich 2 Tage im voraus schon gebucht. Man bekommt dort wie heute meist üblich eine NFC Karte, die einem kontaktlos die Tür öffnet. Soweit, so normal. Aber um 22:40 passiert erwas Merkwürdiges. Es ertönen merkwürdige Klingeltöne und auf einmal kommt ein Typ in mein Zimmer, Ich sage "Du bist wohl falsch". Er dann: "Aba wieso hab ick 'n Schlüssel?" Was für eine urkomische Situation! Durch einen Fehler an der Rezeption wurde mein Zimmer nochmal vergeben. Nun ja, das sind die Momente, die man nicht vergisst. An meiner Tür hing dann am Morgen eine handgeschriebene Entschuldigung und ein Gutschein für ein Getränk, den ich aber nicht eingelöst habe, da ich eh inklusive Frühstück gebucht hatte.Schwamm drüber! Basst scho.

Tag 11 - Bayreuth - 55 km / 600 Hm

Vor zwei Jahren wollte ich schon nach Bayreuth, aber aufgrund des kalten Wetters hatte ich einst darauf verzichtet. Dieses Mal liegt es aber direkt auf der Strecke. Kurzgesagt: hätte ich mir schenken können. Hier gibt es nicht so viel zu sehen. Viel Verkehr, ein bisschen Wagner, große Innenstadt mit vielen kleinen Restaurants, immerhin. Der Weg dorthin ist relativ bergig, manchmal auf Waldwegen, manchmal aber auch auf Staatsstraßen (die heißen in Sachsen und Bayern so, sind aber eigtl. Landstraßen).

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Unterwegs fahre ich an einem warnblinkendem Auto vorbei und bemerke erst spät, dass ein Reh darunter liegt. Auch ich hatte vor allem früh morgens einige Rehbegegnungen auf der Tour, aber nie wirklich nah. Was mir aber aufgefallen ist, dass sehr viele Hasen in Deutschland herum hoppeln. IMG_20260519_100456848_HDR

Ich mache noch einen Innenstadtrundgang mit Einkauf und gehe früh ins Bett. Bayreuther Bratwürste scheinen ein Ding zu sein. Hab jedoch keine probiert, Keine Lust auf Fett.

Tag 12 - Zirndorf / Nürnberg - 105 km / 650 Hm

Auf der heutigen wieder längeren Etappe möchte ich wieder am Campingplatz in Leichendorf übernachten, wo ich vor zwei Jahren bereits campierte. Dieses Mal komme ich aber von der anderen Richtung. Es regnet am Morgen bereits und ich muss mehrere Stunden lang bei leichtem Regen ziemlich viele Hügel meistern. Im Tagesverlauf hört der Regen jedoch auf, und sobald die Sonne herauskommt, wird es sehr schnell warm und die Welt sieht schon wieder ganz anders aus.

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Ein 20% Gefälle ist auch wieder dabei, ziemlich lang sogar. Gut, dass ich das nicht hinauf musste, das wäre quasi unmöglich gewesen. Die Scheibenbremsen haben jetzt mal ordentlich was zu tun, trotz der Nässe funktionieren sie tadellos..

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Ab Erlangen kenne ich die Strecke schon, viel Neues kommt da nicht, wenn man mal von Umleitungen absieht.

Tag 13 - Spontancamping im Nirgendwo - 130 km / 1000 Hm

Motto heute: Strecke machen! Ich möchte in zwei Tagen zu Hause sein, da es jetzt rapide wärmer werden soll. Heute bis 23, morgen schon 27 Grad, übermorgen 30. Das ist mir definitiv zu warm und so muss ich die verbleibenden 320 km auf zwei Tage aufteilen. Der Tradition gemäß ist die letzte Etappe sowieso immer die Königsetappe. Ich habe mir mehrere Campingplätze markiert und je nach Kraft steige ich dann an einem aus. Zunächst fahre ich einige Kilometer auf der mir bereits bekannten Strecke, bis ich von dieser abweiche und ca. 20 km südlich der bekannten Route auf krummen Routen in Rot am See lande, wo der erste Campingspot markiert ist. Aber es ist noch viel zu früh und ich habe gut Kraft für mehr, so geht es weiter Richtung Westen nach Kirchberg an der Jagst und Ilshofen. Bei Geislingen am Kocher gibt's es dann keine offiziellen Radwege mehr in meiner gewünschten Richtung und ich muss mich eine 10% Steigung mit knapp 200 Höhenmetern auf einer zum Glück wenig befahrenen Kreisstraße hochkämpfen. Die Gegend um die Flüsse Kocher und Jagst ist auch immer ein Highlight, wenn man keine Angst vor Steigungen hat.

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Irgendwann, so gegen 18:00 Uhr, gehen die Kräfte zur Neige und ich sehe eine Ausschilderung für einen Campingplatz, den ich nicht kannte. Der ist auch nur noch 5 km entfernt! Also gut, let's call it a day und machen wir Schluss für heute. Leider ist der See, an dem der Platz liegt, ein Bergsee und ich muss auf 500m Strecke eine 20% Steigung auf einer Kreisstraße hoch. Davon fahre ich ca. 30 Meter, bis es unmöglich wird, und dann wird der Rest geschoben. Es ist so steil, dass ich immer nur 30 Doppelschritte schaffe und dann pausieren muss. Und es ist auch so steil, dass es nicht reicht, nur die Vorderbremse zu ziehen während der Pause. Schließlich bin ich irgendwann oben, aber es ist niemand in der Rezeption, absolut tote Hose. Ich suche mir also alleine einen Platz und frage zwei Damen, was ich da machen soll. Sie erwähnen etwas von einer Klingel, aber auch auf Klingeln kommt niemand. Wie auch immer, ich schlafe heute kostenlos und werde morgen früh um 6:30 verschwunden sein. Ein echter win win!

Tag 14 - Vor der Hitzewelle nach Hause - 190km / 1100 Hm

Die Schlussetappe darf wieder etwas länger sein, vor allem möchte ich es vermeiden bei 30 Grad Celsius zu fahren, denn die sind für morgen angesagt. Bei erträglichen 26°C heute mache ich einfach langsam, egal ob es gegen Ende dunkel wird. Am Morgen dampft der See am Campingplatz und die Wiesen. IMG_20260522_062936046_HDR IMG_20260522_063144528_HDR

Zunächst geht's nach Öhringen (Zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall gelegen) und dann weiter nach Bietigheim-Bissingen. Vorher muss ich durch Gemmrigheim, doch hier verfranse ich mich. Mein Navi will, dass ich hier über den Neckar nach Kirchheim fahre, aber es ist eine Sperrung und der Versuch, dann ohne Navi einen Weg zu finden, scheitert. Also wieder zurück und Navi neu fragen. Aha, man kommt also auch in Besigheim weiter südlich drüber. Halbe Stunde Zeitverlust, heidenei! Nach ein paar Kilometern kommt dann Bietigheim und von dort geht es Richtung Vaihingen/Enz weiter. Danach weiter bis Pforzheim am Enztal Radweg, der mir gefallen hat. Aus Pforzheim heraus, heisst, gute 100 Höhenmeter nach oben zu machen, danach ists dann vorbei mit den ernstzunehmenden Anstiegen. Ab hier geht es dann im Pfinztal weiter nach Grötzingen und dann über Durlach / Ettlingen nach Hause. Diese Strecke kenne ich mittlerweile auswendig.

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